08.02.2012 | mhe
Mittelstand von Staatsschuldenkrise unbeeindruckt
Weiter gestiegene Eigenkapitalquoten, eine anhaltend starke Investitionsdynamik und viel Optimismus: Die mittelständischen Unternehmen sind stabil wie selten ins neue Jahr gestartet. Das zeigt jüngst veröffentlichte Sparkassen-Studie Diagnose Mittelstand 2012.
Bild: dapd
Viele mittelständische Unternehmen haben die gute Konjunkturlage des vergangenen Jahres genutzt und kräftig investiert.
„Die Auftragsbücher sind voll, 80 Prozent der Unternehmen sind von der Staatsschuldenkrise bislang nicht berührt, der Mittelstand glaubt an seine Chance“, betonte Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), anlässlich der Vorstellung der Studie Diagnose Mittelstand 2012 Anfang Februar in Berlin.
Eigenkapitalquote angestiegen
Die Auswertung von über 110.000 Firmenbilanzen des Jahres 2010 ergab einen Anstieg der Eigenkapitalquote der mittelständischen Unternehmen über alle Größenklassen hinweg auf 18,3 Prozent (Vorjahr: 15,1 %). „Dieser Trend setzt sich weiter fort. Knapp 60 Prozent der Sparkassen melden aktuell weiter verbesserte Eigenkapital-Quoten ihrer Firmenkunden. Das sind die höchsten Werte, die wir in diesem Bereich bislang feststellen konnten“, erläutert Haasis.
Unternehmen wirtschaften verantwortungsvoll
Und während noch Ende der 90er-Jahre fast die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen ohne jegliches Eigenkapital tätig gewesen seien, habe sich dieser Wert inzwischen auf ein Viertel verringert. Sogar die kleinen Unternehmen bis zu einer Million Euro Jahresumsatz erreichen heute eine Eigenkapitalquote von 12,1 Prozent. Haasis: „Dieses Ergebnis zeigt, dass die Unternehmen verantwortungsvoll wirtschaften. Sie haben sich in ihrer großen Mehrheit in der Lage versetzt, eventuelle Dellen in der Wirtschaftsentwicklung aufzufangen.“
Gute Konjunkturlage für Investitionen genutzt
Die Studie zeigt weiter, dass viele Unternehmen die gute Konjunkturlage des vergangenen Jahres genutzt und kräftig investiert haben. Insgesamt 82 Prozent der Sparkassen gaben an, dass sie 2011 mehr oder genauso viel Investitionsmittel an ihre Firmenkunden vergeben haben wie im Vorjahr.
Dabei habe sich insbesondere der Anteil der Erweiterungsinvestitionen erhöht. Ende 2011 schätzten die Sparkassen diesen Anteil auf 35 Prozent, verglichen mit 24,8 Prozent im Vorjahr. „Es ist angesichts der Schwäche vieler europäischer Volkswirtschaften ein starkes Signal, dass der Mittelstand in diesem Umfang in die Geschäftserweiterung investiert. Die Unternehmen haben offenbar großes Vertrauen in die Wirtschaftskraft Deutschlands“, so Haasis.
Exportunabhängige Branchen lässt Staatsschuldenkrise kalt
Dazu passe auch, dass laut Aussagen der Sparkassen bislang nur etwa 20 Prozent der Betriebe überhaupt auf die Staatsschuldenkrise reagieren mussten. Dies gelte überwiegend für Unternehmen in stark exportabhängigen Branchen. „Alle anderen arbeiten bislang von der Krise relativ unberührt“, so Haasis.
Die komplette Studie Diagnose Mittelstand können Sie hier herunterladen: Diagnose Mittelstand 2012 (pdf)
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