13.01.2012 | me

Kleinbeträge schneller bezahlen

Ob ein Kunde für 50 Cent oder 500 Euro einkauft ist für die Abwicklung an der Ladenkasse bislang egal. Mit dem von den deutschen Banken vorgestellten Bezahlverfahren „girogo“ können Kleinbeträge bis 20 Euro künftig im Sekundentakt kassiert werden.

Bild: ddp
Ab April können im Raum Hannover Kleinbeträge schneller mit der EC-Karte bezahlt werden.

„Die Bank in der Hosentasche“, so umschreibt Dr. Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken in Berlin, das von der gesamten deutschen Kreditwirtschaft getragene girogo-Verfahren. Dabei hält der Kunde seine mit der entsprechenden NFC-Technologie ausgestattete Bankkarte einfach kurz vor ein Lesegerät an der Ladenkasse – und der Kaufbetrag wird nach dem obligatorischen „Piep“ direkt von seinem Konto abgebucht. „Das Bezahlen funktioniert mit girogo doppelt so schnell wie mit Bargeld und 25 Prozent schneller als bei der herkömmlichen Kartenzahlung“, erklärt Martin die Vorteile für den Handel.

Pilotprojekt ab April in Hannover

„Unser Ziel ist es natürlich, die Frequenz an den Kassen zu erhöhen“, bestätigt Wolfgang Mücher, Vorstand von Edeka-Minden-Hannover. Um an dem ab Mitte April in der Region Hannover startenden Pilotprojekt teilnehmen zu können, hat Edeka bereits begonnen, die Kassensysteme für die neue Technologie umzurüsten. Das kosten je Kasse zwischen 300 und 350 Euro, hinzu kommen später noch die Gebühren für jeden Kauf von 1 Cent bei Beträgen bis 5 Euro, 2 Cent bei maximal zehn Euro und 3 Cent bei maximal 20 Euro. Ob sich das Ganze rechnet, so Mücher, wird sich dann im Laufe des auf ein Jahr angelegten Pilotprojekts zeigen. Bisher haben bereits 150.000 Girocards der Volks- und Raiffeisenbanken den neuen Chip; die Sparkassen wollen bis Ende 2012 insgesamt 16 Millionen Sparkassencards austauschen.

Vorteile vor allem für Bäcker und Metzger

Im Handwerk kann girogo vor allem bei den Bäckern und Metzgern dazu beitragen, die vielen kleinen Summen etwa im Straßenverkauf schneller und vor allem auch hygienischer abzuwickeln. Denn bei girogo muss der Kunde die Karte nicht mehr aus der Hand geben – das lästige Wechseln und teilweise umständliche Hantieren mit Handschuhen und Folien ist dann nicht mehr nötig.

 
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