28.11.2011 | ADAC/ds

Hohe Spritpreise: Lohnt sich ein Diesel überhaupt noch?

Schock an der Zapfsäule: Ein Liter Diesel kostet derzeit an vielen Tankstellen knapp 1,50 Euro - und damit fast so viel wie ein Liter Benzin. Die Rekordmarke von 1,54 Euro, die im Sommer 2008 erreicht wurde, könnte bald überschritten werden.

Bild: ddp
Der Preis für Diesel-Kraftstoff steigt immer weiter und steuert der Rekordmarke aus dem 2008 entgegen.

Warum der Preis steigt, wie er sich demnächst wohl verändern wird und ob sich ein Diesel-Auto überhaupt noch lohnt. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Wer macht den Dieselpreis?

Die Preise an den Tankstellen orientieren sich an den Großhandelspreise, die an sogenannten Spotmärkten wie Rotterdam gebildet werden. In den vergangenen Jahren waren die Preise für beide Spritsorten meistens auf gleichem Niveau, sagt Karin Retzlaff vom Mineralölwirtschaftsverband. Zuletzt liefen sie jedoch auseinander. Der Dieselpreis stieg in Rotterdam von 56 Cent im Mai auf jetzt 64 Cent pro Liter. Superbenzin verbilligte sich zugleich von 55 auf 52 Cent.

Warum steigt der Preis?

Das liegt vor allem daran, dass sich viele mit Heizöl eindecken. Heizöl und Diesel sind technisch verwandt. Wird Heizöl teurer, dann auch der weiterhin gefragte Dieselkraftstoff. Da viele Verbraucher das Heizöl nicht mehr im Sommer, sondern erst jetzt einkaufen, steigt dessen Preis und damit auch der Diesel-Kraftstoff. Weitere Preistreiber sind Raffinerie-Engpässe und Transportprobleme, etwa wenn der Rhein wenig Wasser führt, wie es aufgrund des mangelnden Niederschlags momentan ist.

Wie viel verdienen die Konzerne am teuren Diesel?

Da die Konzerne darüber schweigen, was sie an den erhöhten Dieselpreisen verdienen, kann darüber nur spekuliert werden. Da aber für einen Liter Diesel fallen rund 22 Cent weniger Steuern anfallen als für Benzin, der Kraftstoff in Rotterdam jedoch 12 Cent teurer ist, bleibt ein Vorteil von 10 Cent. Beobachter gehen davon aus, dass zumindest ein Teil davon in den Kassen der Multis bleibt. "Da wird einfach gut Geld verdient", sagt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel.

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