15.11.2011 | Bayerischer Handwerkstag
Bayerisches Handwerk gegen Änderung des Schulsystems
Mit Kritik reagiert das bayerische Handwerk auf den Vorschlag des Bayerischen Lehrer-und Lehrerinnenverbands (BLLV), das dreigliedrige Schulsystem im Freistaat abzuschaffen. „Das bayerische Schulsystem verdankt seine Leistungsfähigkeit unter anderem seiner Differenzierung", betont Heinrich Traublinger.
Bild: Andreas Bröckel
Über zwei Drittel der bayerischen Lehrlinge im Handwerk kommen von der Haupt- und Mittelschule.
"Jede Schülerin und jeder Schüler kann so angemessen gefördert werden“, so der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT). Nach einer Prognose des BLLV droht bis 2030 knapp 50 Prozent der Haupt-und Mittelschulen im Freistaat die Schließung. Dies könne jedoch durch die Umwandlung in ein zwei-oder eingliedriges Schulsystem verhindert werden, so die Schlussfolgerung des BLLV. „Anstatt Horrorszenarien zu zeichnen, die noch dazu auf zweifelhaften Daten basieren, wäre es angebracht, Vertrauen in die Haupt- und Mittelschule zu haben und ihr Zeit zur Entwicklung zu geben“, widerspricht der BHT-Präsident dem BLLV-Vorschlag.
Schluss mit der Verunsicherung
Die Haupt-und Mittelschule spielt für die Lehrlingsversorgung im bayerischen Handwerk eine zentrale Rolle: bis Ende September wurden über 27.500 neue Lehrverträge abgeschlossen – ein Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Kombination mit der Meisterprüfung steht den Absolventen seit 2009 der direkte und uneingeschränkte Hochschulzugang offen. Traublinger: „Über zwei Drittel unserer Lehrlinge kommen von der Haupt-und Mittelschule. Indem man diese andauernd in Frage stellt, verunsichert man Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Damit muss endliche Schluss sein.“
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